Gedanken zum Monatsspruch

Gedanken zur Jahreslosung 2018:

Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. / Offb. 21.6

Wir kommen von Weihnachten, einer Zeit die wir materiell als Zeit des Überflusses bei Essen und Trinken erlebt haben. Ein Gefühl des Sattseins hat sich in uns ausgebreitet. Und dann diese Jahreslosung? Was sagt man dazu?

Irgendwie kommt mir da das Gleichnis vom reichen Kornbauer, das Jesus erzählt, in den Sinn, der zu sich sagt: Alles ist gut gelaufen, alles läuft auch weiter gut, wo ist das Problem, mehr kann ich nicht verdienen und verbrauchen, die Ernte ist eingefahren, ich baue mir größere Scheunen, damit auch für schlechte Zeiten etwas da ist. Dann ist alles für sein Leben geregelt.

Ist er durstig? Sind wir durstig?

Wir wissen alle, wie das Gleichnis weiter geht. Noch in dieser Nacht wird der reiche Kornbauer sterben und vor Gott stehen. Und dann?

Ein zweiter Bericht aus der Bibel drängt sich auf. Die Frau am Jakobsbrunnen. (Johannes 4, 1 – 14)

Jesus und die Frau aus Samarien

1 Jesus erfuhr, dass die Pharisäer auf ihn aufmerksam wurden, weil er mehr Anhänger gewann und taufte als Johannes. –  2 Er selbst taufte übrigens nicht; das taten seine Jünger. –

3 Deshalb verließ Jesus Judäa und ging zurück nach Galiläa.  4 Dabei musste er durch Samarien ziehen. 5 Unterwegs kam er in die Nähe des Dorfes Sychar,1 das nicht weit von dem Feld entfernt liegt, das Jakob einst seinem Sohn Josef vererbt hatte. 6 Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war von dem langen Weg müde geworden und setzte sich an den Brunnen. Es war gegen Mittag. 7 Da kam eine samaritische Frau zum Wasserholen. Jesus sagte zu ihr: »Gib mir einen Schluck Wasser!«  8 Seine Jünger waren ins Dorf gegangen, um etwas zu essen zu kaufen.

 

9 Die Frau antwortete: »Du bist ein Jude und ich bin eine Samariterin. Wie kannst du mich da um etwas zu trinken bitten?« – Die Juden vermeiden nämlich jeden Umgang mit Samaritern.

10 Jesus antwortete: »Wenn du wüsstest, was Gott den Menschen schenken will und wer es ist, der dich jetzt um Wasser bittet, dann hättest du ihn um Wasser gebeten und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.« 11 »Herr, du hast doch keinen Eimer«, sagte die Frau, »und der Brunnen ist tief. Woher willst du dann das lebendige Wasser haben? 12 Unser Stammvater Jakob hat uns diesen Brunnen hinterlassen. Er selbst, seine Söhne und seine ganze Herde tranken daraus. Du willst doch nicht sagen, dass du mehr bist als Jakob?«

 

13 Jesus antwortete: »Wer dieses Wasser trinkt, wird wieder durstig.

14 Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird nie mehr Durst haben. Ich gebe ihm Wasser, das in ihm zu einer Quelle wird, die bis ins ewige Leben weitersprudelt.«

 

Hier finden wir einen Hinweis, wie das gemeint ist mit der Quelle des lebendigen Wassers. Es geht nicht primär um unsere materiellen Bedürfnisse, sondern um unsere Beziehung zu Gott.

Und das hängt beides zusammen.

Ist es nicht so, dass wir oft, solange es uns gut geht, keinen Gedanken daran verschwenden, woher wir wirklich lebendiges Wasser für unser Leben bekommen können. Das ist die Situation des reichen Kornbauern, in der wir uns oft wiederfinden.

Mir fällt ein Beispiel ein, was das verdeutlicht und das, so denke ich, jeder nachvollziehen kann.

Man bereitet sich auf eine ausgiebige Gebirgswanderung vor, packt seinen Rucksack, die Regenjacke, etwas zu essen und selbstverständlich auch seine Trinkflasche mit Wasser oder Tee mit.

Solange es in der Ebene glatt dahin geht, verschwendet man keinen Gedanken an die Flasche, sie wird höchstens als Gewicht im Rucksack gezählt. Irgendwann kommt aber der Punkt, wo es anstrengend wird, wo es steil bergan geht und man im Kopf nur noch den Gedanken an Pause und Trinken hat, wo alle Kräfte gebraucht werden. Wie gut ist es da, eine Trinkflasche zu haben, die auch noch voll ist! Das Wasser oder der einfachste Tee wird zum Genuss!

Der gerade gegangene Weg ist scheinbar nicht mehr zu übertreffen, warum sollte man sparen?

Aber, wenn man sich nicht einteilt, ist die Flasche bald leer. Da hilft dann nur noch der Gedanke an eine Quelle, eine Wasserstelle oder einen Verkaufsstand.

Und auf einmal hat Wasser einen Preis. Je größer der Durst ist, desto eher akzeptiert man einen höheren Preis. Aber was ist, wenn man ihn einfach nicht bezahlen kann, wenn schon alles aufgebraucht ist?

Das ist die Situation, in der es in der Jahreslosung geht. Es geht nicht um den Fullservice bei einer Genusswanderung, sondern um existentielle Bedürfnisse in Extremsituationen unseres Lebens.

Und hier kommt der Punkt, der das Ausrufezeichen in unserem Text setzt: umsonst!

Jesus hat am Kreuz schon alles für uns gegeben, er hat die Rechnung schon beglichen. Wir bekommen es umsonst, als Geschenk!

Einzige Voraussetzung: Wir müssen kommen.

Gott sagt uns zu: Ich gebe Euch, was Ihr braucht! Aber wir müssen schon sagen: Ich brauche Hilfe, ich komme allein nicht weiter.

In dem Bericht von Jesus mit der Frau am Jakobsbrunnen sagt Jesus nicht zu, dass alle materiellen Bedürfnisse nach Wasser erfüllt werden, sondern dass aus uns Quellen lebendigen Wassers fließen werden.

D.h. wir können im Überfluss weitergeben und zu Zeugen seines Wirkens werden.

Ich wünsche mir, dass wir das alle erkennen und umsetzen. Gott gibt es umsonst, es ist keine besonders tiefe Erkenntnis, keine geistliche Vorleistung notwendig. Gott unser Vater im Himmel liebt uns und hat alles für uns vorgeleistet, bezahlt und erledigt. Nur zu Ihm kommen und sagen, was wir brauchen ist noch für uns übrig.

Das sollten wir „als alte Hasen im Glauben“, doch in 2018 hinbekommen und praktizieren.

Gott unser Vater steht mit ausgebreiteten Armen vor uns und will uns annehmen. Das ist das Wesentliche, nicht unsere eigene Leistung.

Amen