Offener Kreis Hohndorf

Willkommen auf der Webseite des offenen Kreises der Kirchgemeinde Hohndorf / Erzg.  

Der nächste offene Kreis findet am 19. 06. statt. Wir treffen uns wieder im Lutherhaus.

 

Andacht zu 2. Thimotheus 2,7

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.

Der Brief steht im zweiten Brief des Paulus an Timotheus. Er war von Paulus als junger Mann schon als Leiter für die Gemeinde eingesetzt. Jetzt stand er allein in seiner Gemeinde da und hatte mit vielen Problemen zu kämpfen. In diese Situation kommt dieser persönliche Brief des Paulus, der ihm Ratschläge und praktische Tipps geben soll.

In der Gemeinde des Timotheus ging es sprichwörtlich drunter und drüber und ihm als jungen Leiter fehlte bei all den Problemen der Kompass, um die Gemeinde zu leiten und aufzubauen.

Die Situation war der von uns nicht ganz unähnlich. Da gab es Glaubens-strömungen in der Gemeinde, die einen anderen als den von Paulus vorgeschlagenen Weg gehen wollten. Timotheus wurde von rechts und links angegriffen und Paulus als Mentor war weit weg, eingesperrt in Rom, ganz offensichtlich ohne Kraft und Einfluss auf die Mächtigen des Reichs, auf das Gemeindeleben vor Ort irgendwo in der Provinz.

Da war es leicht Timotheus anzugreifen und das Schiff der Gemeinde ins Schwanken zu bringen.

Ganz konkret haben wir heute von außen gesehen andere Probleme. Aber geht es uns deshalb besser?

Corona stellt vieles in Frage, wie wird es nach und mit Corona mit unserer Wirtschaft weitergehen? Wie wird unser Gemeindeleben aussehen? Ist es richtig, auf Gottesdienste zu verzichten und sich in selbst gewählte Quarantäne zu begeben?

Was prägt unser Handeln, spüren wir etwas von Gottes Geist der Kraft, Liebe, Besonnenheit schenkt und die Furcht vertreiben will?

Am Beispiel des Lockdowns möchte ich über diesen Spruch nachdenken. Sicher umfasst das Wirken des heiligen Geistes noch viel mehr Aspekte, wie wir im Thimotheusbrief ja sehen können. Dort geht es vordringlich um Dinge im Gemeindeleben, die geordnet werden sollen. Aber ich denke, dass kann man auch auf unsere momentane Situation herunterbrechen.

  1. Die Furcht: Vor Ansteckung mit dem gefährlichen Virus, wir, die wir bald zur definierten Risikogruppe gehören, wie gehen wir damit um?

Lenkt und leitet unser Handeln die Angst vor dem Virus, davor, unsere Eltern, Verwandten, Freunde unbemerkt anstecken zu können?

Angst davor, gegebenenfalls etwas falsch machen zu können, den geforderten Abstand nicht einzuhalten, ein Hotel 2 Tage zu früh zu öffnen, nur um ja keine Infektionen zu begünstigen?

Was wäre wenn?

Furcht aber auch davor, in Folge des wirtschaftlichen Niedergangs seine Arbeit dauerhaft zu verlieren, das gewohnte Leben aufgeben zu müssen.

Aus Furcht auf alles zu verzichten, was uns wichtig war, sei es der Gottesdienst, das Abendmahl und die komplette Überwachung zu begrüßen. Als Menschen, die auch einen Teil ihres Lebens in einem anderen, viel totalitäreren System gelebt haben müssten wir es doch eigentlich besser wissen

 

  1. Die Kraft für Neues sich stark zu machen, wie die Übertragung der Gottesdienste im Internet, neue Formen der Gemeindearbeit, Kraft für Aktionen zum Bau der Gemeinde trotz aller Auflagen, wie zum Beispiel das Aufhängen der Ostergrüße im Dorf.

Kraft aber auch, in Zeiten, in denen alles so problematisch erscheint trotzdem ohne großes Aufheben für die Gemeinde zu beten, sie zu begleiten. Da findet der Gebetskreis neue Formen miteinander für die Gemeinde da zu sein, da benutzen Menschen Programme wie zoom, von denen sie vorher nicht einmal wussten, dass es sie gibt und noch weniger wie sie bedient werden.

 

  1. Liebe: Aus Liebe zum Nächsten bereit sein, auf etwas zu verzichten, sei es der gewohnte Gottesdienst, sei es der Händedruck zu Begrüßung. Auch das fällt schwer.

Unter diesem Aspekt bekommen manche Dinge, auch eine andere Sicht.

Da ist es nicht nur die Furcht vor der Krankheit, die uns bewegt, sondern auch das Rücksichtnehmen auf den Nächsten, der mit meinem Handeln ein Problem haben könnte.

An dieser Stelle denke ich, wird man viel eher schuldig als an übertriebener Furcht. Zu aktives Vorgehen verletzt leicht andere in unserer Gemeinde, die vielleicht schlicht und einfach wirklich Angst haben.

 

  1. Besonnenheit: Nicht versuchen, etwas durchzudrücken, Besonnenheit bedeutet, wie kann ich mein Leben so organisieren, dass nicht allein mein Wille entscheidend ist, sondern das Wohl der Familie, der Freunde und Verwandten, unserer Gemeinde

Besonnenheit hilft auch zu überlegen, wie kann unser Glauben, der ja auf Gemeinschaft basiert, weiter praktiziert werden. Auch da fallen mir die Andachten im Internet ein, die Briefe der Ermutigung.

Die Besonnenheit ist der Kompass, den jeder braucht, um in und mit der Gemeinde auf Kurs zu bleiben.

Dazu hat uns Gott seinen Geist gegeben.

Kraft, Liebe, Besonnenheit als Zeichen des Heiligen Geistes hier in Hohndorf, in unserer Gemeinde, unter uns. Sind wir uns dessen bewusst?